Lydia Schmidl ist eine vielseitige Akkordeonistin und Pädagogin, die mit Hingabe die Grenzen ihres Instruments immer wieder erweitert. Als Dozentin für das Hauptfach Akkordeon an der Hochschule für Künste Bremen vermittelt sie ihre künstlerische Erfahrung an die nächste Generation und prägt eine lebendige Akkordeonszene im norddeutschen Raum.
Einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die zeitgenössische Musik. Lydia Schmidl ist regelmäßige Partnerin zahlreicher Komponist*innen und hat mehrere Werke uraufgeführt, die eigens für sie geschrieben wurden. 2025 spielte sie die Premiere von Leo Brouwers Canticós de un chamán invisible für Akkordeon solo – ein Werk, das die heilende und spirituelle Kraft der Musik thematisiert. Auch Mario Marys Bipolar fluid für Akkordeon und Elektronik gehört zu den herausragenden Projekten der letzten Jahre. Als Solistin begeistert Lydia Schmidl durch ihre ausdrucksstarke musikalische Sprache und ihr Gespür für dramaturgische Tiefe. Sie interpretierte Werke von Astor Piazzolla, Alejandro Nuñez Allauca und Sofia Gubaidulina und konzertierte unter anderem mit dem Coro de Madrigalistas de la Universidad Católica (Peru) sowie dem Kammerensemble Konsonanz in der Laeiszhalle Hamburg.
Neben ihrer solistischen Tätigkeit widmet sich Lydia Schmidl intensiv der Kammermusik. Gemeinsam mit dem Gitarristen Jorge Paz Verastegui gründete sie das international erfolgreiche Lux Nova Duo, das als einziges Ensemble seiner Art konsequent an der Erweiterung des Repertoires für Akkordeon und Gitarre arbeitet. Mehr als 35 Werke wurden dem Duo gewidmet, unter anderem von Leo Brouwer, José María Sánchez-Verdú und Fabian Panisello. Ihre Konzerte führten das Duo in renommierte Säle wie die Berliner Philharmonie, das Konzerthaus Berlin, die Elbphilharmonie, die Glocke Bremen sowie die Nationaltheater von Costa Rica und Peru. Die Uraufführung von Leo Brouwers Doppelkonzert mit Streichensemble wurde live im Deutschlandfunk Kultur übertragen.
Ihre CDs Inspiración Bach (Genuin, 2020) und Meeting Leo Brouwer wurden mehrfach für den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ nominiert und erhielt hervorragende internationale Resonanz. Radiosender wie BBC, ORF 1, SRF 2 Kultur, Deutschlandfunk Kultur und Bremen Zwei berichteten über das Album, das klassische und zeitgenössische Musik auf einfühlsame Weise miteinander verbindet. Ihre aktuelle CD Transcend (Genuin 2023) wurde mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn aufgenommen. Diese enthält ausschließlich Ersteinspeilungen von Doppelkonzerten.
Als Orchestermusikerin trat sie mit dem NDR Elbphilharmonieorchester unter der Leitung von Alan Gilbert auf, live übertragen auf Arte Concert aus dem Großen Saal der Elbphilharmonie. Engagements mit dem Ensemble New Babylon Bremen oder beim Komponistenforum Osnabrück führten zu Zusammenarbeiten mit Komponist*innen wie Rebecca Saunders, Klaus Huber und Younghi Pagh-Paan.
Ihre Ausbildung erhielt Lydia Schmidl an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar bei Prof. Ivan Koval sowie an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Margit Kern, wo sie 2015 ihren Master im Fach Akkordeon abschloss. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie zudem von Prof. Claudia Buder und Prof. Iñaki Alberdi an der Escola Superior de Música de Catalunya in Barcelona. Sie ist Trägerin des Carl-Müllerhartung-Stipendiums der Schweizer Thyll-Stiftung und ehemalige Stipendiatin des Künstlerprogramms stART.up der Claussen-Simon-Stiftung



